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Heutige HERA-Papierverarbeitung der
              Firma  Hagen Puttrich.


Über die eigentliche Gründungszeit des
Dorfes  OBER-SCHMITTEN  existiert
keine Urkunde. Erste Erwähnung erst
1449 im Kopialbuch des Klosters Hirzen-
hain. Es gilt als sicher, dass Waldschmiede
waren, die als Dorfgründer in Frage kommen.
Die Ableitung des Namens erfolgt von dem
ahd. "smitta" = Schmiede.
Der letzte Eisenhammer (Pflugscharen,
Eisenstäbe, Hufeisen, Nägel) stellte 1630 auf dem Gelände der heutigen HERA die Arbeit ein.
Schon 1632 wurde auf diesem Standort eine Papiermühle errichtet, ging aber Ende des 30-jähr.
Krieges wieder ein. Der Papiermacher Rudrauf betrieb 1638 diese Papiermühle am Dorfausgang
nach Nidda.


    Heutige  SPO  -  Spezialpapierfabrik 
                                   Ober-Schmitten. 



  Die "Herrenmühle" und die darüber
gelegene Mühle ( spätere Moufang´sche
Papierfabrik ) überstanden die Zeiten des "Großen Krieges"(1618-1648). Sie waren damals Mahlmühlen für Getreide.
Niklas Kraut und Diehlmann, die Nachfol- ger Rudraufs, verhalfen dem Betrieb wieder zum Aufschwung. Nach Diehlmanns Tod 1702 ging die Erbleihe ( Eigentümer noch der
Landgraf von Hessen-Darmstadt Ernst Ludwig ) des Pachtbetriebes auf dessen Schwieger-
sohn Balthasar Illig über. 1741 wurde die Papiermühle von Johann Georg Mattfeld über-
nommen. Ab 1779 leitete dessen Sohn Jakob den Betrieb bis zu seinem Tode 1789. Der Bruder
des Verstorbenen , Johann Friedrich Mattfeld , der nebenbei noch einen schwunghaften Wein-
handel betrieb, brachte es zu dem Ruf, der reichste Mann der Umgebung zu sein. Er hinterließ
1805 seinem Neffen Wendel Schneider aus Stockstadt a.Rh. nicht nur das stark vergrößerte
Unternehmen, sondern auch ein riesiges Barvermögen.


Das "herrschaftliche Wohnhaus" des
Kommerzienrats Wendel Schneider wurde
1828 aus Blaubasalt errichtet, die
spätere Villa Moufang.



Um jedem seiner beiden Söhne, Wilhelm
und Friedrich, eine Papiermühle zu hinter-
lassen, erwarb der nunmehr Kommerzien-
rat gewordene Wendel Schneider 1827
die Mahlmühle über der Herrenmühle und ließ das Anwesen mit ziemlichen Kosten zu einer
zweiten Papiermühle umbauen. Am 6.6.1828 nahm die "obere" Papierfabrik ihre Produktion auf.
die Fabriken wurden den Söhnen übergeben und das Papier dominierte im wirtschaftlichen
Leben des Dorfes.
     Schon 1847 starb Sohn Friedrich mit erst 42 Jahren. Als auch der Vater 1851 im Alter von
77 Jahren verschied, veräußerten die Erben den Grundbesitz mit dem landwirtschaftlichen
Inventar und dem Vieh. Wendel Schneider als der beste Steuerzahler im Amt Nidda hatte sich
auch als erfolgreicher Landwirt betätigt.  



  Ältestes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1616.


       Niedergang und Neubeginn der Fabriken
                   im folgenden Überblick:
     Der Verkauf des bäuerlichen Betriebsteils, die sinkenden Papierpreise und die teure 
Umstelung vom handwerklichen zum maschi-
nellen Betrieb führten 1862 zum Konkurs.
Neue Besitzer wie Krebsschmidt u. Theißen auf der "unteren" und Hammerschmidt und Jäger  auf der "oberen" Fabrik hielten den Niedergang nicht auf. Auch sie waren 1890 am Ende.
Nach zweijähriger Arbeitspause wurde die obere Papierfabrik von Josef Moufang erworben,
kurz darauf ging die untere in den Besitz von Louis Staffel in Witzenhausen als Filialbetrieb
über. -  Betribliche Verbesserungen, Spezialisierung und ansteigende Papierpreise brachten
endlich die langsame, aber stetige Aufwärtsentwicklung. Am 2.April 1892 lief der Betrieb der
"Papierfabrik Ober-Schmitten W.& J.Moufang" mit 40 Arbeitern an. Die heutige "SPO -
Spezialpapierfabrik Ober-Schmitten" und "Kopafilm" haben sich auf hochwertige Papiere
u.a. Kondensatorpapier und biaxial verstreckten Polypropylenfilm spezialisiert. Durch einen
starken Export haben sie den Namen Ober-Schmittens in alle Welt hinausgetragen.



Ein Blick in die Friedensstraße im Ortskern.


Die "Staffel´sche Fabrik" fertigte feinste
Qualitäten in Schreib- und Dokumenten-
papieren. Im 1.Weltkrieg wurden z.B. auch
Wertpapiere für Banknoten hergestellt.
Durch frühzeitiges Ableben des Herrn
W.Staffel und Gattin , sowie eines tödlichen Unglücksfalles des versierten Technikers Eduard
Staffel , gingen beide Werke ( O.-Schmitten u. Witzenhausen ) 1963 in den Besitz der Firma
Temming in Glückstadt (untere Elbe) über. 1967 wurde die Staffelsche Fabrik stillgelegt. Sie
diente mehrere Jahre als Zweigbetrieb der Ranstädter "Hassia-Verpackung". Heute ist sie im
Besitz der "HERA-Papierverarbeitung und Druckerei" von Hagen Puttrich.









Ehemaliges Rathaus,
      Feuerwehrhaus 1936. 







    Das Bürgerhaus in der Schulstraße
    wurde 1963 unter Bürgermeister
    Helmut Schmollack errichtet.  

     Das Bild zeigt das Gebäude nach
     dem Umbau in den  90er Jahren.









      Die 
      evangelische Kirche
      von 1956
      von der Friedensstraße aus
      nach dem grundlegenden
      Umbau und Sanierung
      auch der Außenanlage
      von 2014.


     


 Die Rückfront der
 evangelischen Kirche
 nach NO zu aufgenommen.











                                      Die katholische Kirche
                                         aus dem Jahr 1952.




     Der Werdegang des Dorfes ist in seiner
                     Heraldik  dargestellt:

Die Symbole für das Gemeindewappen sind die
"Waldschmiede" (Zange und Nagel), die Zugehörigkeit
zur Grafschaft Ziegenhain/Nidda (die Farben Schwarz/Gold)
und das "Papier" (drei Schriftrollen).

 Das Wappen wurde 1966 vom damaligen Innenminister
 Schneider der Gemeinde Ober-Schmitten verliehen.




                   Im Jahr 1959 fuhr einer
                   der letzten Züge durch
                   die Ober-Schmittener
                   Bahnhofstraße (heute:
                   Rhönstraße/Bundesstr.).

        Links ein US-Truck, rechts parkt ein
        damals hochmoderner DKW-3/6er.


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